Omaha ist nicht Texas Hold’em

February 23, 2009 - Poker

Das Pokerspielen wird immer beliebter, und die neueste Popularitätswelle hat weite Kreise gezogen. Viele Neulinge sind dazugekommen und viele alte Hasen experimentieren mit neuen Spielvarianten. Einige Limit Hold’em Spieler versuchen ihr Glück mit No Limit Hold’em und nicht wenige haben sich auf Omaha gestürzt. Problematisch ist nur, man meint bei Omaha mit dem Einsatz von Texas Hold’em Strategien gewinnen zu können.

Omaha mag ja durchaus wie Hold’em aussehen, denn auch hier wird mit fünf Community Cards (Gemeinschaftskarten) gespielt, aber das war es dann auch schon. Hold’em Spieler haben 5 Karten-Kombinationen. Bei Omaha MUSS man zwei Karten der eigenen Hand und 3 Karten vom Tisch kombinieren.

Starthände
Bei Omaha bekommt jeder Spieler vier persönliche Karten anstatt nur zwei. Manche Spieler denken nun, sie hätten doppelt so viele Starthand-Kombinationen, aber in Wirklichkeit hat man mit vier Karten sechs mögliche Zweier-Kombinationen. Ihre vier Karten sind ABCD. Ihre Kombinationsmöglichkeiten sind AB CD AC BD AD BC.

Bei diesen vielen Startmöglichkeiten denkt ein Hold’em Spieler vielleicht, er hätte nun einen Vorteil. Man muss aber bedenken, dass die Mitspieler ebenso 6 mal Zweikarten-Kombinationen ausspielen können. In einem Zehnhände-Spiel haben Sie also nur 6 mögliche Kombinationen gegen insgesamt 54 aller Ihrer Gegner. Sie müssen folglich eher selektiv spielen.

Starthände wollen geplant sein. Die vier Karten müssen zusammenarbeiten, z.B. als Wraparound-Straight. Double suited (2 Karten zweier Farben) Hände mit Assen sind gut für den Nut Flush, aber drei oder vier Karten derselben Farbe sind meistens eine Trash-Hand, da sie die Flushmöglichkeiten negativ beeinflussen.

Hohe Paare gewinnen selten
Einer der größten Fehler entsteht, wenn ein Spieler mit einem Hohen Paar erhöht und erneut erhöht. Die Pocket Rockets mögen bei Hold’em eine gute Hand sein, geben aber nicht viel her in einem Omaha  Multiway Pot. Jeder Spieler mit einem Ass und einer niedrigen Karte spielt Hi/Lo und damit verringert sich weiterhin die Gewinnchance für Ihr Ass-Paar. Omaha ist das Spiel der Straights, Flushes und Full Houses.

Position-Raises funktionieren nicht
Bei Hold’em können Sie manchmal aus einer der letzten Positionen erhöhen und den Pot einheimsen, wenn alle ablegen. Bei Omaha jedoch werden Spieler öfter verbleiben um den Flop zu sehen. Darum wird das Erhöhen aus der Position nicht funktionieren. Da jeder Spieler vier Karten in der Hand hält, werden viele den Flop sehen wollen.

Die Nuts Regel
Bei Hold’em wird ein Spieler eher selten die absolute Nuts nach dem River haben, in Omaha aber passiert das oft. Wenn Sie nach der Nuts und dem Flop nicht ziehen, landen Sie vielleicht ganz unten. In Hold’em bedeutet 9 Outs eine gute Möglichkeit für eine Gewinnerhand. Bei Omaha braucht es vielleicht 16 oder 20 Outs, um nach dem Flop weiterspielen zu können. Meistens kommt es zum Showdown um die beste Hand. Da es nach dem Flop viele Möglichkeiten gibt, werden Sie nicht slow playing wollen um den Gegner keine Möglichkeit geben, Sie “auszuziehen” (draw out).

Mehr Bad Beats (Fehlschläge)
Da mehr Spieler bis zum Flop im Spiel bleiben, können die Omaha Pots ziemlich groß werden. Die Spieler haben Odds, die gut genug genug sind, um im Spiel zu bleiben. Mit anderen Worten: mehr Fehlschläge bei Omaha. Man braucht schon eine gewisse emotionelle Stabilität für dieses Spiel.

Lernen Sie das Spiel kennen
Um bei Omaha gewinnen zu können, müssen Sie lernen, das Spiel richtig zu deuten. Mit einer Hold’em Strategie ist es nicht getan. Omaha ist nicht Texas Hold’em!

“Glück kommt und geht… Wissen besteht!”

 

Von Bill Burton